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Sehr geehrte Frau Barbara, als Vertriebsleiterin in einem mittelständischen Unternehmen planen wir, mit unserem Ange-bot künftig auch den italienischen Markt verstärkt zu erschließen. Hierfür werden wir uns in den nächsten Wochen mit potentiellen Kunden in Italien treffen. Gibt es Besonderheiten im italienischen Geschäftsleben, die wir unbedingt beachten sollten?
Mit herzlichen Grüßen Thea Reiselust
Frau Barbara antwortet:
Sehr geehrte Frau Reiselust, die Italiener sind in der Regel auch im Geschäftsleben sehr aufgeschlossen, einige Dinge sollten Sie aber beachten: Auch wenn man den Italienern gerne nachgesagt, dass sie unpünktlich seien, bedeutet dies nicht, dass Sie sich Unpünktlichkeit erlauben dürfen. Geraden in Norditalien ist Pünktlichkeit genauso wichtig wie in Deutschland. Von ausländischen Besuchern und Geschäftsleuten wird sowieso erwartet, dass sie pünktlich erscheinen. Die Begrüßung erfolgt in der Regel per Handschlag, bei guten Geschäftsfreunden gehören auch Umarmungen und Küsse dazu. Körperkontakt ist selbstverständlich - ein Zurückschrecken des Gastes kommt hier nicht gut an.
Verwenden Sie als Anrede vor dem Namen "Signore" (Mann), "Signora" (Frau) oder "Signorina" (junge Frau). Titel müssen unbedingt genannt werden. Wenn jemand studiert hat, sollten sie ihn «Dottore» nennen. Den Namen Ihrer Geschäftspartner sollten Sie selbstverständlich kennen. Bringt dieser aber noch jemanden mit, der Ihnen noch nicht vorgestellt wurde, dann genügt nur die Anrede ohne Namen. Bei geschäftlichen Terminen kann es auch einmal hoch hergehen. Dies wird förmlich von den impulsiven und lebendigen Einwohnern Italiens erwartet. Small Talk, heftige Diskussionen, Gesprächsunterbrechungen oder -überschneidungen wechseln sich bei Meetings im Geschäftsleben schnell ab.

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