2011 als bestes Jahr für Thüringen

2011 war nach Einschätzung des Verbandes der Wirtschaft Thüringen (VWT) das beste Wirtschaftsjahr in der Geschichte des Freistaats. Allein in der Industrie seien im vergangenen Jahr rund 10.000 gut bezahlter Dauerarbeitsplätze geschaffen worden, so der VWT-Präsident Wolfgang Zahn. Für 2012 rechne er mit einer Abschwächung, aber nicht mit einem Abbruch des Aufschwungs. Besonders die exportorientierten Unternehmen würden die Folgen der europäischen Finanzkrise zu spüren bekommen.
Die Wachstumserwartungen an das Exportgeschäft seien "deutlich gedämpft", sagte Zahn. Nur die Hälfte der Unternehmen, die 2011 ihre Exporte steigern konnten, rechneten nach einer Umfrage des VWT mit weiteren Zuwächsen. Zurückhaltend bewertet würden auch die Entwicklung auf dem Arbeitsmarkt und die Investitionsbereitschaft, sagte Zahn. Nach den starken Beschäftigungszuwächsen im vergangenen Jahr seien die Unternehmen nun vorsichtiger mit Einstellungen. In Erwartung einer sich eintrübenden Auftragslage plane zudem etwa jedes vierte Unternehmen, Investitionen zurückzufahren. 60 Prozent der Unternehmen wollten das Investitionsniveau des Vorjahres halten.
In der Umfrage maßen die Unternehmen grünen Technologien eine wachsende Bedeutung zu. Dabei sei für 82,7 Prozent der befragten Unternehmen bei Investitionsentscheidungen die Steigerung der Energie- und Materialeffizienz ein wichtiges Kriterium. 79 Prozent der Unternehmensverantwortlichen befürworteten die verstärkte Nutzung regenerativer Energieerzeugung und den damit verbundenen Ausbau von Flächen, Speichern und Netzen. 55,8 Prozent der befragten Unternehmen seien der Auffassung, dass der thüringische Branchenmix innovative Entwicklungen im Bereich der Grünen Technologien ermöglicht. Dass die Thüringer Wirtschaft insgesamt von GreenTech profitiert, glauben 57,2 Prozent. 55,9 Prozent sähen indes die Gefahr, dass staatliche GreenTech-Förderung zu dauerhaften Abhängigkeiten führt.
Kritisch äußerten sich die befragten Unternehmen zur Wirtschaftspolitik des Landes. Zwar bewerteten 77,6 Prozent der befragten 442 Unternehmen Thüringen als attraktiven Wirtschaftsstandort, doch sank der Anteil jener, die mit der Wirtschaftspolitik des Freistaates zufrieden sind, um 14 auf 40 Prozent. Kritisch äußerte sich Zahn zu der Knüpfung von staatlicher Förderung an zusätzliche förderfremde Kriterien. Angesichts der sinkenden Mittel zur Förderung trage der Verband zwar die Absenkung der Fördersätze mit, halte aber beispielsweise die Kopplung an den Arbeitsmarkt für falsch.
Weiter Informationen unter:
http://www.vwt.de Quelle: Regioweb
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